Unsere Ausstellungen



Wir zeigen junge Positionen, denen wir erste Einzelausstellungen in Deutschland widmen, sowie international bekannte Künstlerinnen und Künstler. In unseren Ausstellungen laden wir Sie zu einem offenen Austausch über regionale und internationale Kunst ein. Mitten im Herzen von Ulm, im Renaissancesaal des ehemaligen Zunfthauses der Schuhmacher.



Aktuell

Wirksam vereinen
Kulturelles Erbe und zukünftige Wirksamkeit

15/04/2018 bis 27/05/2018

mit Barbara Billy Bürckner (Kaufbeuren), Barbara Herold (München), Florian Huth (München), Rob Frye (Chicago), Michael Günzer (Ulm), Janina Schmid (Ulm)

Ausstellungseröffnung:
Samstag, 14. April 2018, 17 Uhr
Begrüßung und Einführung Katharina Ritter M. A.

Konzert und Künstlergespräch mit Rob Frye (Chicago)
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Herzuas. Temporäre Migration.“ in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Ulm

Kuratorenführung mit Katharina Ritter, M. A.
am internationalen Museumstag 13. Mai 2018, 16 Uhr

Führungen für Gruppen nach Absprache.

Ulm mit seinem Umland und mit den einzigartigen Funden von Kulturgegenständen ist der richtige Ort um zu untersuchen, was uns antreibt. Bereits vor 40.000 Jahren war Kunst in dieser Region relevant. Nicht nur die ältesten bekannten figürlichen Kunstwerke der Menschheit, sondern auch die ältesten Funde an Musikinstrumente wurden 2017 gewürdigt und zum Weltkulturerbe ernannt.

Was uns alle antreibt ist, wie selbstwirksam wir handeln können. Basierend auf der These „Flow als Phänomen“ nach Mihály Csíkszentmihályi (Psychologe, emeritierter Professor für Psychologie an der University of Chicago und Autor) untersucht die Kuratorin Katharina Ritter gemeinsam mit allen Beteiligten Kunst.

Flow, nach Csíkszentmihályi, bezeichnet Gleichgewicht zwischen den persönlichen Fähigkeiten und der äußeren Anforderung zu empfinden. Losgelöst von allem fühlt sich der Mensch glücklich. Das Phänomen Flow ist für alle unterschiedlich zu erreichen: Gartenarbeit, Fußball, Arbeit, Kunst, Musik…

Nicht nur Kunst und Musik machen, sondern auch rezipieren von Kunst und Musik spielen hier eine Rolle. Menschen versuchen ein Gleichgewicht zu erreichen und voran zu kommen, auch durch Teilhabe an Kultur. Relevant in unserer jeweiligen Jetzt-Zeit ist die eigene Authentizität, die Selbstwirksamkeit. Das was einen ausmacht, worin man sich selbst als gut empfindet und inwieweit einem andere Mitglieder der Gesellschaft schätzen.

Wir laden Sie ein, im Kunstverein den Fragen nach zu gehen: Was treibt uns an? Wie relevant ist Kunst? Wie gehen Künstler und Musiker mit kulturellem Erbe um?

Außerdem initiiert der Kunstverein Ulm in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Ulm die Veranstaltungsreihe „Herzuas. Temporäre Migration.“ Migration im Sinne von sich bewegen. Durch wirtschaftliche, arbeitsmarktpolitische und entwicklungspolitische Veränderungen entstehen neue Möglichkeiten und Zwänge. Nicht alle Menschen planen an einem Ort zu bleiben, viele Menschen kommen nach Ulm ohne klare Perspektive einer dauerhaft neuen Heimat: Studium an der Universität, befristete Jobangebote, Asylsuchende, die verlegt oder abgelehnt werden können etc. Wie wirkt sich das auf die Orte aus und wie auf die Menschen?

Kunst kann den Blick für sich aktuell entwickelnde Phänomene schärfen und eine neue Perspektive ermöglichen. Die Arbeitsweise vieler Künstler,innen und Musiker,innen erfordert eine ständig neue Verortung, sie sind permanent unterwegs. Sie verlassen ihre Heimat um ihre Kunst voran zu bringen. Sie schaffen sich immer wieder aufs neue temporäre Lebensmittelpunkte. Wir schauen aus dem Jetzt in unser kulturelles Erbe, das Reisen der Künstler,innen und laden alle ein sich auszutauschen und mit uns Prozesse des aktuellen Zusammenlebens und Heimat zu gestalten. Was ist das nächste Ziel?


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Barbara Herold & Florian Huth aus der Serie „Auflistung der Fakten mit positivem Einfluss“, 2015, Mixed Media auf Papier, je 63×48 cm

Mert Akbal, Binocular Waves – 13 Train


Aktuell

Jahresgaben 2017/2018
ab dem 25/11/2017

Die diesjährigen Jahresgaben werden ab Samstag, den 25. November 2017 –  zeitgleich zur Ausstellungseröffnung von Stefanie Gutheil – im Foyer des Kunstvereins ausgestellt.

Die Jahresgaben sind von folgenden lokal und internationalen Künstlerinnen und Künstlern: Tom Anholt, Heike Kati Barath, Martha Bilger, Alfred und Eka Bradler, Dennis Buck, Franziska Degendorfer, Nadolleck & Eerkens, Barbara Herold und Florian Huth, Marianne Hollenstein, Jörg Immendorff, Martin
Krampen, Anja Luithle, Markus Lüpertz, A. R. Penck, Armin Mueller-Stahl.

Die Ausstellung wird der Öffentlichkeit zugänglich sein, der Erwerb der Werke zu besonderen Preisen ist jedoch ausschließlich unseren Mitgliedern vorbehalten.


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Barbara Herold & Florian Huth aus Serie Bluete 1-4 / Bluete 4 (2017), Lithografie, 3/4-farbig, BFK Rives Büttenpapier 270 g/m², 47 × 37 cm


Vorschau

Naomi Liesenfeld
zugegen/von dannen
10/06/ bis 22/07/2018

Ausstellungseröffnung
Samstag, 9. Juni 2018, 17 Uhr
Begrüßung und Einführung
Katharina Ritter M. A., Ausstellungsleitung im Gespräch mit Naomi Liesenfeld

Kuratorenführung
Mittwoch 20. Juni, 18 Uhr

Künstlergespräch
Sonntag 22. Juli, 18 Uhr mit Naomi Liesenfeld

Was ist ein geeigneter Grund zum Malen? Naomi Liesenfeld nutzt seit Jahr- hunderten bewährte Malgründe wie Leinengewebe aber auch weniger
traditionsreiche Materialien wie Schwammtuch, um dieser Frage nachzugehen.
Das Schwammtuch ist ein Gemisch aus Cellulose und Baumwolle und wird gerne im Haushalt verwendet. Für die Künstlerin ist das Schwammtuch ein Bildträger, der vieles in sich aufnimmt und bewahrt.

Im Kunstverein Ulm untersucht Naomi Liesenfeld mit ihrer Arbeit den Schuhhaussaal. Indem sie den jetzigen Zustand des Raumes nachvollzieht, in ihre Arbeit einbezieht und diese in den Raum ausdehnt, spürt sie der historischen Bedeutung nach. Der Künstlerin, die Konzeptuelle Malerei und Bildhauerei studierte, geht es um „alles was zwischen dem zwei und drei Dimensionalen liegt und wie es sich zueinander verhält, was es beinhaltet und wie es sich zueinander abgrenzt. Wie sich Formen einschreiben und sich wieder auflösen – beim trocknen und feuchten.“

Weiterhin führen Farbstudien vor Ort zu Malereien. Aus überwiegend selbst
gewonnenen Pflanzensäften stellt Naomi Liesenfeld Farben her. „Kann man
sich seine eigene Referenzfarbe kultivieren?“ Die Künstlerin verortet sich mit ihrer Kunst in der Welt und nutzt vorhandene Eigenschaften ihrer Umgebung, um den Grund des Malens sichtbar zu machen.

Naomi Liesenfeld *1982 in Siegburg, lebt und arbeitet in Bonn (Atelierhaus Bonner Kunstverein). Sie studierte Konzeptuelle Malerei und Bildhauerei/Public Art an der HBKsaar Saarbrücken. 2014/2015 studierte sie Kunst und Medien an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie ist Stipendiatin der Künstlerförderung der Stiftung Cusanuswerk Bonn und erhielt 2011 eine Förderung der StudienStiftungSaar. Außerdem ist sie Mitglied der AG AST und des PLANET DANCE ENSEMBLES sowie kuratorisches Mitglied im Neuen Saarbrücker Kunstverein.


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Naomi Liesenfeld, in Dieters Garten 2013 AG-Ast in Mannheim


Vorschau

Hojin Kang
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5. August bis 16. September
Ausstellungseröffnung am Samstag,  4. August 2018

Hojin Kang (*1986 lebt und arbeitet in Berlin) bespielt den altehrwürdigen Schuhhaussaal im Kunstverein Ulm mit einer Mixed-Media Installation. Seit seiner Kindheit fühlt er sich von Natur und Technologie gleichermaßen angezogen. Heute beschäftigt er sich als interdisziplinärer Designer mit Fragen, die die gemeinsame Zukunft von Mensch und Maschine betreffen.

 

 


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Hojin Kang, This site is buffering


Vorschau

 

Herzuas. Temporäre Migration.
Jahresgaben und Projekte

30. September bis 11. November
Ausstellungseröffnung am Samstag,  29. September 2018


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Kunstverein Ulm, Foto von Martina Strilic


Rückblick

Tom Anholt
18. Februar bis 1. April 2018

Eröffnung 17. Februar 2018, 19 Uhr

Tom Anholts Gemälde sind Erzählungen. Beim Anschauen verlieren wir uns in einer Geschichte, die zwischen dem Hier und Jetzt immer wieder auch
ins Historische zurück führt. Keine lineare Zeit, die vergeht und der wir folgen können. Ein Hin und Her, ein Oszillieren in Zeiten.

Aktuelles Leben und Legenden aus vergangenen Jahrhunderten tauchen in Anholts Werken zusammen auf, beides nicht eindeutig auszumachen und trotzdem gleichwertig präsent. Das nicht direkt Trennbare aus Gegenwart und Vergangenheit ergibt eine anscheinend neue Wirklichkeit.

Tom Anholt erzählt und handelt in seiner Malerei. Konzentriert und in starker Bewegung wirken die Arbeiten, als hätten wir die von Tom Anholt erlebte Zeit tatsächlich vor uns, auf einen Moment hin angehalten, der so nie wieder stattfindet.

Tom Anholts Malprozess bildet sich in den Werken im figürlichen, wie im abstrakten und in der offenen Erzählung ab. Er lässt die von ihm geschaffene Wirklichkeit offen, auch wenn die Titel mögliche Hinweise sind.

Wir laden Sie herzlich ein, sich die Ausstellung „Time Machine“ im Kunstverein Ulm anzuschauen.

Frisch aus der ersten Ausstellung der Werke im Januar 2018 bei EIGEN + ART Berlin zeigt der Kunstverein Ulm die Gemäldeserie „Time Machine“.

Tom Anholt (*1987 in England) lebt und arbeitet in Berlin. Außer bei EIGEN + ART Berlin hat er u.a. an Einzel- und Gruppenausstellungen im EIGEN + ART Lab in Berlin und in der Galerie Mikael Andersen in Kopenhagen teilgenommen. Kommende Einzelausstellungen finden in der Josh Lilley Gallery in London statt
und mit der Josh Lilley Gallery auf der Frieze New York.

 

 

 


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Tom Anholt, Time Machine I (Onwards and Upwards), 2017; Öl auf Leinwand; 190 x 130 cm; Courtesy EIGEN + ART Lab, Foto: Gunter Lepkowski, Berlin; c VG Bild-Kunst Bonn 2018


Rückblick

Mert Akbal
Curious Dreams
21/01/2018 bis 11/02/2018

Ausstellungseröffnung:
Samstag, 20. Januar 2018, 19 Uhr
Begrüßung Katharina Ritter M. A., Ausstellungsleitung
Vortragsperformance Mert Akbal

Während des europäischen Kulturerbejahres SHARING HERITAGE 2018
thematisiert der Kunstverein Ulm kulturelles Erbe in seiner zukünftigen
Wirksamkeit. Alles geht drunter und drüber in der Welt. Woran orientieren
wir uns? An wissenschaftlichen Erkenntnissen, an sozialen und moralischen
Werten? Welche Rolle spielt die Kunst dabei?

In der ersten Ausstellung des Jahresprogrammes 2018 hinterfragt
Mert Akbal die kulturellen Möglichkeiten des Menschen. Mert Akbal wurde
1980 in Istanbul geboren. Er lebt und arbeitet in Saarbrücken und Berlin.
Der Kunstverein Ulm versammelt zum ersten Mal seine künstlerische Arbeit
zu Träumen und Neugier in diesem Umfang in einer Einzelausstellung.
Er malt, zeichnet, animiert, macht Performances und baut Installationen.

Was passiert bei der Entstehung von Kunst? Mert Akbal untersucht die
Prozesse des Denkens und hinterfragt den Zusammenhang zwischen
Wahrnehmung und Ausdruck. Wir Menschen können unsere Gedanken
über die (Laut-)Sprache ausdrücken, aber nicht direkt visuell. Tintenfische
hingegen besitzen die Fähigkeit direkt über ihren Körper – als Ausdrucksorgan
– bestimmte Botschaften an ihre Artgenossen zu vermitteln. Beispielsweise durch ändern ihrer Hautfarbe und ihrer Form. Mert Akbal sieht die bildenden Künste als Prothese des Menschen, um dieses fehlende Ausdrucksorgan zu ersetzen. Der Traum, beziehungsweise das Vorstellungsvermögen, ist die Vorstufe für den visuellen Ausdruck. In seiner künstlerischen Auseinandersetzung macht er zahlreiche Selbstversuche, um visuelle Prozesse und Erfahrungen, vor allem aber die Träume aus seinem Schlaf, sichtbar zu machen.

Mert Akbal studierte von 2000 bis 2005 an der Hochschule der Bildenden
Künste Saar in Saarbrücken Malerei, Performance und Medienkunst.
Dort ist er seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Im Rahmen
seiner Promotion forscht er zu „Künstlerische Reproduktion von oneirischen
Träumen“. Ebenso als wissenschaftlicher Mitarbeiter des „Max Planck
Institute for Human Cognitive Sciences“ arbeitet er an der „Humboldt
Graduate School Berlin School of Mind and Brain“, um den Rätseln des
menschlichen Denkens zwischen Geist und Körper nachzugehen.

Bei der Eröffnung findet eine Vortragsperformance von Mert Akbal statt,
bei der er mehr über seine Forschung erzählen wird.
Text Katharina Ritter und Mert Akbal

 

 


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Mert Akbal, Curious Waves – Wave Collapse of Vision – Schmetterling

Mert Akbal, Binocular Waves – 13 Train


Rückblick

Stefanie Gutheil
Fitz Fatz Peng
25/11/ bis 07/01/2018

Närrisch, sonderbar bis abnormal, verzerrt und überspannt. Faules rumhängen oder gefangen sein? In dieser Bildwelt hängt alles in den Seilen. Wer bewegt hier wen? Mensch, Tier, Fabel, welches Geschlecht? Wer ist was?

Irgendwie verwirrend und abstossend. Oder belustigend? Oder doch beängstigend? Nimmt die Künstlerin die Welt ernst? Nimmt sie sich selbst ernst? Nehmen wir das alles zu ernst?

Grotesk und absurd. Schauen Sie es sich selbst an! Fitz Fatz Peng.

Stefanie Gutheil, 1980 in Ravensburg geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Dort hat sie auch an der Universität der Künste studiert. Vertreten wurde sie durch verschiedene Galerien, aktuell von der Kreuzberger Galerie Russi Klenner.
Text: Katharina Ritter


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Stefanie Gutheil: Playground, 2016: oil acryl, garnish on canvas, 170 × 200 cm


Rückblick

Andreas Mühe
Eine Quadratur
30/09/ bis 12/11/2017

Der Fotograf Andreas Mühe, geboren 1979 in Karl-Marx-Stadt, lebt und arbeitet in Berlin. Sehen wir in seinen Fotografien was wir sehen wollen? Woraus erschließen wir uns einen Zusammenhang? Die kalte Ästhetik und Perfektion seiner Bilder scheint die Pose der porträtierten Person zu verstärken. Und gerade durch die bühnenhafte Inszenierung zeigt sich in dieser Pose dann doch persönliche Haltung. Oder? Hier treffen viele Umstände aufeinander. Deutlich wird in dieser Ausstellung auch die Macht des Fotografen und dass Fotografie mit ihrer Macht ambivalent ist.

Alles längst geklärt? Wie verorten wir uns selbst in der Bildwelt, dem Wunsch nach Authentizität und der Befragung deutscher Nationalität zwischen Weihnachtsbaum, nackten Nazis und Flucht?

Nach redaktioneller Fotografie und Werbefotografie zum Broterwerb wurde Mühe durch seine zahlreichen Portraits namhafter Künstler, Schauspieler und Politiker wie Angela Merkel bekannt. Neben zahlreichen anderen Ausstellungen zeigte er 2017 „Pathos als Distanz” im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg.

Im Schuhhaus zeigt der Kunstverein im ehemaligen Fest-, Fecht- und Tanzsaal der Ulmer Patrizier einige ausgewählte Arbeiten von Mühe.
Text Katharina Ritter


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Andreas Mühe: Friede II (Fürstin Charlene von Monaco und Friede Springer),
2011, aus der Serie: Friede Springer Museo Silver Rag Print, 80 × 60 cm


Rückblick

Julian Schnabel
PALIMPSEST Printed Works 1983 – 2016
15/07/2017 bis 17/09/2017

Der Kunstverein Ulm zeigte in Kooperation mit Geuer & Geuer Art GmbH Julian Schnabel PALIMPSEST, Printed Works 1983-2016. Der US-amerikanische Künstler-Star ist 1951 in New York City geboren und wurde in den achtziger Jahren bekannt. Der Neo-Expressionist experimentiert mit unterschiedlichsten Materialien, Farben und Techniken. Sein Werk ist international in Sammlungen vertreten und ausgestellt, wie im Metropolitan Museum, im Museum of Modern Art und im Guggenheim Museum in New York.

Als Regisseur wurde er bekannt mit Filmen wie „Jean-Michel Basquiat“ (1996). Für „Schmetterling und Taucherglocke“ erhielt er auf den Filmfestspielen in Cannes 2007 den Regiepreis und 2008 den Golden Globe Award. Er lebt und arbeitet in New York City und in Montauk auf Long Island. (vgl. http://geuer-geuer-art.de/julian-schnabel/)

Wer schaut mich da an? Ist das ein Druck? Oder ein Gemälde? Welche Teile der Welt bildet die Landkarte ab? Im Schuhhaussaal des Kunstvereins Ulm lässt sich Julian Schnabels Bildwelt sehr gut verdichten. Die meist großformatigen Arbeiten ziehen die BesucherInnen in den Ausstellungsraum und bedrängen sie förmlich mit ihrer Intensität.

Julian Schnabel zerlegt Bildwelten und Realitäten, strukturiert sie um und entwickelt Neues aus bereits gegebenen Teilen. Erstmals bekannt wurde er mit Werken aus zerbrochenem Porzellan. Durch seine künstlerischen Eingriffe transformiert er Bedeutung, aus Bildoberfläche schafft er Bildtiefe. Vorhandene Stimmungen und Einschreibungen im genutzten Material und Malgrund übersteigert Julian Schnabel und kommentiert diese. Auf die Bedeutungs-verschiebung und das neue Beschreiben eines bereits genutzten Materials verweist auch der Ausstellungstitel „Palimpsest“, ein in der Antike übliches Verfahren des Ausradierens und Wiederbeschreibens von Pergamenten.
Seine emotional aufgeladenen Bilder beziehen persönliches wie auch historisches mit ein, seine zuerst abstrakt anmutende Bilder entwickeln eine Erzählung, die nicht endet und die BesucherInnen nicht los lässt.
Text: Katharina Ritter


Ausstellungen Kunstverein Ulm

Childhood I, 2016 c Julian Schnabel Studio