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McBride, Charlotte March, F.C. Gundlach
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Mythos twen
Eine Zeitschriftenlegende und ihre
Fotografen:
Will McBride, Charlotte March, F.C.
Gundlach...
9. November -
28. Dezember 2003
"twen"
(1959-1971) war nicht allein das erste
Lifestyle-Magazin in der Bundesrepublik,
sondern zugleich die erste Zeitschrift
mit einer jungen Zielgruppe. Am Ende der
restaurativen 50er Jahre gegründet,
brachte es in das Wirtschaftswunderland
den Geist der Swinging Sixties und
verlieh dem Jahrzehnt vor dem 68er
Aufbruch ein hedonistisches Flair. Bei
einer relativ geringen Auflage (im
Schnitt 150.000) erlangte es rasch
seinen bis heute unvergessenen
Kultstatus.
Das inhaltliche Spektrum reichte von
Mode, Musik, Literatur, Reisen bis zu
Jugend- und Populärkultur, Sexualität,
Politik. Die Themen waren besonders in
der Anfangszeit aus damaliger Sicht auch
ausgefallen bis brisant und berührten
gesellschaftliche Tabus wie
Homosexualität oder Abtreibung.
Bedeutende Autoren und Kritiker wie
Heinrich Böll, Günter Grass, Hans Magnus
Enzensberger, Günter Wallraff, Herbert
Rosendorfer, Joachim-Ernst Behrendt oder
Wolfram Siebeck publizierten in "twen";der
Illustrator Heinz Edelmann, unsterblich
geworden durch den Beatles-Film "The
Yellow Submarine", begann dort seine
Karriere, doch in die Geschichte ging "twen"
ein wegen des revolutionären Layouts von
Artdirector Willy Fleckhaus. Im
Erscheinungsbild, das mit zahlreichen
internationalen Preisen ausgezeichnet
wurde, präsentierte sich Fotografie mit
einer in den deutschen Printmedien bis
dahin unbekannten Großzügigkeit, zu den
"Hausfotografen" von "twen" zählten
heutige Klassiker wie Will McBride,
Charlotte March oder F.C. Gundlach.
Die Ausstellung spiegelt "twen" und
seine Fotografen und zugleich die
Epoche. Kuratiert ist sie von
Hans-Michael Koetzle, Herausgeber des
Buches "twen. Revision einer Legende",
1996. Der Münchner Fotohistoriker,
Kritiker und Ausstellungsmacher ist
zweifellos der profundeste Kenner und
Archivar des Magazins, das er in
mehreren aufsehenerregenden
Ausstellungen vorstellte. |
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HfG 53/03
14.
September - 26. Oktober 2003
U-L-M
spells H.f.G., schrieb 1966 der Pop
Art-Künstler Richard Hamilton.
Johannes Wohnseifer (geb. 1967 in Köln)
setzt sich seit längerem in seinem
unterschiedlichste Medien integrierendem
Werk mit der Hochschule für Gestaltung
Ulm (HfG) auseinander; so ist z.B. sein
Stadtstreichersarg eine Referenz an den
legendären Schneewittchensarg von
Gugelot/Rams (und zugleich an denjenigen
von Martin Kippenberger), oder Museum
(Projektraum Museum Ludwig, Köln 1999)
orientierte sich am Erscheinungsbild der
Münchner Olympiade 1972, das vom
HfG-Gründer Otl Aicher entwickelt wurde.
2003 jährt sich zum 50. Mal die Gründung
der HfG (1953-1968). Parallel zur großen
Ulmer Retrospektive wird Johannes
Wohnseifer im Kunstverein sein neues und
speziell zu diesem Anlass konzipiertes
Projekt HfG 53/03 präsentieren: Was
machte die HfG aus, was blieb von ihr?
HfG 53/03 hat mehrere Komponenten:
-
Siebdruckarbeiten, verstanden als
Komprimierung der Hochschule. Die
Entscheidung für dieses Medium hängt
auch mit dem hohen Rang der
visuellen Kommunikation und speziell
des Plakates an der HfG zusammen und
der Tatsache, dass die HfG Unikate
ablehnte und in den Kategorien der
Massenproduktion dachte.
Deshalb verbindet sich mit den
Siebdrucken ein
Partizipationsangebot: Jeder hat die
Möglichkeit, die Vorlagen zu
erwerben und sie sich durch eine
individuelle typografische
Komponente anzueignen, so dass neben
den Siebdrucken als de luxe-Version
eine populärere Variante entsteht.
- eine
Kollektion Ulmer Hocker, die auch
die Frage nach der Urheberschaft in
den Raum stellt
- das
Projektbuch mit Fotos von Johannes
Wohnseifer zum Ist-Zustand der HfG
und einer Namensliste der Personen,
die an der HfG wirkten (Studierende,
Dozenten, Gastdozenten u.a.)
Johannes
Wohnseifer hatte Einzelausstellungen u.a.
1999 im Museum Ludwig Köln und 2003 im
Sprengel Museum Hannover, im Ludwig
Forum Aachen und im Neuen Aachener
Kunstverein. |
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PHOTOS &
PRINTS
20. Juli -
31. August 2003
David
Hockney (Jg. 1937, lebt in Los Angeles)
ist nicht nur der bedeutendste Vertreter
der britischen Variante der Pop Art, er
zählt auch zu den
experimentierfreudigsten lebenden
Künstlern. Sein in den ausgehenden 50er
Jahren beginnendes Werk ist umfangreich
und umgreift ein breites und
kontinuierlich um innovative Medien
erweitertes Spektrum von Techniken.
Neben traditionellen Gattungen wie
Malerei, Zeichnung und diversen
druckgrafischen Formen umfasst es
Fotografie und Foto-Collagen sowie mit
Farbfotokopierern, Faxgeräten und
Computern hergestellte Arbeiten. All
diese Technologien sind zunächst
Experimentierfeld für Hockney, der darin
neue Bild- bzw. Raumideen spielerisch
entwickelt.
Den Schwerpunkt der Ausstellung im
Kunstverein bilden Fotoarbeiten aus den
70er Jahren, deren Motivwelt aus
Hockneys Malerei vertraut ist: Porträts
von Freunden, Geliebten und der Eltern,
Intérieurs, Stillleben und hinreißende
Swimmingpool-Bilder. Diese frühen
Fotografien blieben der Öffentlichkeit
lange Zeit unbekannt. Großes Aufsehen
erregten in den 80er und 90er Jahren die
großformatigen Fotocollagen, in denen
Hockney kubistische Elemente der
Durchdringung von Bildebenen, der
Wiederholung, Verschiebung und Umkehrung
von Wertigkeiten innerhalb der
Komposition aufgriff. "Husbandry in the
East Riding" beispielsweise, das in Ulm
gezeigt wird, besteht aus 60 Teilen und
misst insgesamt ca. 220 x 1240 cm.
Einen Themenkreis der Ausstellung bildet
schließlich die Reflexion der eigenen
künstlerischen Tätigkeit und des
Wechselspiels der Medien, welche
Hockneys Werk wie ein roter Faden
durchzieht. |
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Library as
Cosmos
1. Juni -
13. Juli 2003
Pressevorbesichtigung:
Freitag, 30. Mai 2003, 11 Uhr
In seinem neuen Projekt setzt Edgar
Arceneaux (Jg. 1972) die Idee der
Bibliothek im Sinne von J.L. Borges´
Bibliothek von Babel (Universum und
unendliche Ordnung) und U. Ecos Der Name
der Rose (Labyrinth und Kartografie) in
Bezug zur Geschichte der Wissenskultur
und zu seiner Kindheitssehnsucht nach
einem alles umfassenden Buch und
projiziert diese drei Ebenen, die
philosophisch-literarische, die
historische und die persönliche, auf das
amorphe urbane Chaos seines Geburts- und
Wohnortes Los Angeles mit seinen
zahlreichen Ethnien, Sprachen, Rassen-
und Klassenkonflikten. Im "System"
Bibliothek spricht sich der Wunsch der
Menschheit nach Wahrheit, Übersicht und
Selbstvergewisserung aus, LA dagegen
gilt als postmoderne Stadt par
excellence und repräsentiert damit auch
das viel zitierte Ende der "großen
Erzählungen". Unterschiedliche
Weltentwürfe und Modelle der
Wirklichkeit, unterschiedliche Zeiten
und Kulturen verweben sich in einem
facettenreichen Netz von Referenzen.
An den Wänden entfalten sich
assemblageartig Installationen aus
Papierarbeiten zwischen Vereinfachung
und Akribie. Serien von Zeichnungen, z.T.
auf Glas, werden durch freistehende
Träger zu skulpturalen Elementen im
Raum, in dem sich eine allegorische
"Stadtlandschaft" aus Zuckerglas
aufbaut. Die Struktur der Ausstellung
korrespondiert mit Arceneaux´
künstlerischer Methode, die er selbst
mit Improvisationstaktiken im Jazz und
Hip Hop vergleicht und in Anlehnung an
Deleuze/Guattari als "rhizomorph"
charakterisiert.
Library as Cosmos gehört zu einem
zweiteiligen Projekt, dessen anderer
Part Library as Chaos noch bis 21. Juni
in der Galerie Frehrking Wiesehöfer in
Köln zu sehen ist. Dazu erscheint ein
Künstlerbuch.
Mit freundlicher Unterstützung der
American Center Foundation
Edgar Arceneaux stellte u.a. 2001 in der
Montgomery Gallery des Pomona College,
Claremont (EA) aus, 2002 im Studio
Museum Harlem, New York (EA), in der
Kunsthalle Baden-Baden (Prophets of
Boom. Werke aus der Slg. Schürmann) und
in der Kunsthalle Basel (Personal
Plans), 2003 im Witte de Witt, Rotterdam
([based upon] true stories). |
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density change
30. März -
18. Mai 2003
Bob Gramsma
(*1963, arbeitet und lebt in Arnhem und
Zürich), zur Zeit am Studio Programm
P.S.1 MOMA in New York, beeindruckt
immer wieder mit seiner Fähigkeit, fest
gefügte Vorstellungen zu unterwandern.
In seinem vielfältigen Werk entwirft er
nichtlineare Anordnungen, die gewohnte
Sehweisen in Frage stellen und sich
einer festen Verortung entziehen. Der
Besucher scheint die Orientierung zu
verlieren und in eine unermessliche
Weite abzugleiten, wo räumliche und
intellektuelle Ausrichtung eine eigene
Dimension verlangen. Seine Arbeiten
bilden Erfahrungsfelder, in denen der
Betrachter permanent bestrebt ist, sein
Gefühle der Haltlosigkeit zu
präzisieren.
"Es gibt Augenblicke im Leben", so
Claudia Spinelli, "die so intensiv
(dicht) sind und klar, dass alle Distanz
aufgehoben scheint. Die Dinge sind
greifbar und von einer unwirklichen
Nähe, in der die Grenzen zwischen
Eigenem und Fremdem, bildhafter und
tatsächlicher Wirklichkeit verwischt ist
und alles in einer einzigen intensiven
Erfahrung verschmilzt. In ihr ist alle
Zeit aufgehoben und jede Erfahrung
absorbiert: Die Welt schrumpft auf einen
Punkt, dessen Ausdehnung ins Unendliche
greift."
Auch in der Ausstellung "density change
" im Kunstverein Ulm bleibt der Ausgang
für das Publikum ungewiss: Bob Gramsma
führt die Besucher durch einen
Lüftungskanal, einen verzinkten, in sich
verschachtelten Tunnel, dessen Ende in
eine Räumlichkeit mündet, in der nur ein
Ventilator in der Wand den verborgenen
Raum dahinter erahnen lässt. Hinter dem
Belüftungsgitter liegt der Einlass in
den von Neonröhren spärlich erhellten
Gang. Wer eingestiegen ist, streicht die
blanken Metallwände entlang in die
dunkel werdende Tiefe und gelangt am
Ende des Tunnels zu einer im Finsteren
rot glimmenden Scheibe, auf deren
Oberfläche der Staub der Luft in Funken
verglüht - ein schwebender Festkörper,
verstrahlt in Licht, ohne sich in seiner
metallenen Härte aufzulösen. Leuchtend
bleibt er ein festes Ding im Raum im
Raum.
Mit freundlicher Unterstützung von PRO
HELVETIA und FONDATION NESTLE POUR L´ART
Zur Ausstellung erscheint die Monografie
Bob Gramsma ( 80 Seiten, farbig, 28 x
21,5 cm, Hardcover, Verlag für moderne
Kunst, Nürnberg. Texte von Brigitte
Hausmann und Hans-Rudolf Reust)
Neben der Einzelausstellung im
Kunstverein Ulm wird Bob Gramsma auch in
der Ausstellung "overdrive" vom 13.4. -
15.6. in der Städtischen Galerie
Sindelfingen und in der Galerie
Tuttlingen vom 27.6. - 3.9.2003
vertreten sein.
Zahlreiche Ausstellungen und
Ausstellungsbeteiligungen, u.a. 2003
Frac Bourgogne Dijon, P.S.1 MOMA New
York, Centro d'Arte Contemporanea Ticino
Bellinzona, 2002 Stadtgalerie Bern,
Kunstmuseum Bern, 2001 Kunstraum
Walcheturm Zürich, Swiss Institute New
York, Tirana Biennale, 2000 Fri-Art
Fribourg, Schweizer Pavillon, 7.
Architekturbiennale in Venedig, Centre
d´Art Contemporain Genève, 1999
Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle
Frankfurt/M., Arti et Amiciae Amsterdam,
Glasbox Paris |
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Kämpfer
für´s Glück
in Zusammenarbeit mit Helmut Kandl
2. Februar
- 16. März 2003
Der
Ausstellungstitel "Kämpfer für´s Glück"
zitiert ein von der FDJ gesungenes Lied.
Kämpfer für´s Glück sind aber auch die
Menschen in Johanna Kandls Malereien. Es
sind vor allem Händler auf fliegenden
Märkten, Bettler, Verlierer der
gesellschaftlichen und politischen
Umbrüche, Eroberer von Freizonen, deren
Überlebenspraktiken durch suggestive
Sprüche aus Managermagazinen und Think
positive-Strategiebüchern in den
größeren Zusammenhang von
Neoliberalismus und Globalisierung
gerückt sind. Die Dargestellten haben
alle Eigenschaften, die von modernen
Unternehmern gefordert werden: sie sind
flexibel, kundenorientiert,
kommunikativ, anpassungsfähig...
Die Images von Johanna Kandls Gemälden
sowie Helmut Kandls Video "Geschichten
von Händlern, Gauklern, Tänzern..."
kommentieren den Abschied vom Traum der
Moderne und der Fiktion des Öffentlichen
- sowie das Wiederaufkommen von
frühkapitalistischen Strategien,
manchmal sogar mittelalterlich
anmutenden Lebensformen: die Ritter der
Security-Unternehmen in ihren Uniformen,
die Bettler, die Straßenmusikanten und
die Handleserinnen...
Die Text-Bild-Kombination in den
Gemälden erinnert an mittelalterliche
Malerei; darauf weist auch die heute
sehr ungewöhnliche Technik hin, Tempera
auf Holz, welche die Ästhetik - neben
den in den Bildausschnitten kenntlichen
schnappschussartigen fotografischen
Vorlagen - wesentlich bestimmt. Johanna
Kandls Malereien entstehen im
Zusammenhang mit Projekten, die Helmut &
Johanna Kandl gemeinsam verwirklichen,
oft in den ehemaligen sozialistischen
Ländern.
Der frühneuzeitliche, noch gotische
Elemente enthaltende ehemalige
Patrizierfestsaal des Kunstvereins ist -
sichtbar und spürbar zwischen zwei
Epochen liegend - Folie für das
räumliche Display, das u.a. Möbel,
Teppiche, Videos und Bücher integriert.
Noch während der Laufzeit der
Ausstellung erscheint ein Katalog (ca.
130 S.), der auch die Installation im
Ulmer Kunstverein berücksichtigt.
Ausstellungen/Projekte: 1994
"Arbeitszeit", Wiener Staatsoper (Kat.),
1996 "Geschlossene Gesellschaft",
Salzburger Kunstverein (Kat.), 1999/2000
Wiener Secession (Kat.), 2001 "Don't
Worry - Be Happy", Fotohof Salzburg (mit
H. Kandl), "Your Way To The Top" (mit H.
Kandl), Arbeiten im öffentlichen Raum,
museum in progress, Wien, 2002 Galerie
für zeitgenössische Kunst Leipzig,
Galerie Christine König, Wien
Gruppenausstellungen: 2001 "Shopping",
Generali Foundation, Wien, 2002 "Painting
on the move", Kunsthalle Basel, "(Un)gemalt",
Sammlung Essl, Klosterneuburg, Werkleitz
- Biennale (mit H. Kandl), 2002/2003 "Uncommon
Denominator", MassMOCA, North Adams,
USA, 2003 "Die Rückeroberung des
Stammtisches" (mit H. Kandl),
Österreichische Fototriennale Graz.
2002 erschien das Projektbuch Helmut &
Johanna Kandl, Leo Kandl, "2 Städte an
der Thaya. Znojmo/Laa" |
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| Realities
and histoires d´amour |
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Realities
and histoires d´amour
15.
Dezember 2002 - 26. Januar 2003
Muss immer
etwas Bestimmtes verhandelt werden?
Suggeriert wird zwar eine thematische
Ausstellung, doch ist kein roter Faden
von Anfang bis Ende gespannt.
Geschichten stehen nebeneinander, so wie
sie im Leben nebeneinander stehen, so
wie im Denken Heterogenes rasch
aufeinanderfolgt. Privates und
Politisches, Fiktives und Faktisches,
Alltag und Geschichte verschlingen sich
darin in merkwürdigen Konstellationen,
fügen sich zu unbegründbaren
Hierarchien, Dualitäten von
individueller und kollektiver Erfahrung,
von Zärtlichkeit und Brutalität, Poesie
und Realität. Dabei reflektieren die
Arbeiten von Gabriele Basch, Tracey
Moffatt, Stefanie Schneider und Mathilde
ter Heijne auch die mediale Formung
unserer Selbst- und Weltwahrnehmung.
Die auf den ersten Blick so
harmlos-zuckersüß anmutenden
Papierschnitte von Gabriele Basch (Jg.
1964) entführen uns in das Reich der
Trivialkultur, um dann unsere
Seifenblasensehnsüchte nach einer heilen
Welt eiskalt und heimtückisch zerplatzen
zu lassen - keine Illusion ohne
Desillusionierung.
Tracey Moffatt (Jg. 1960) erzählt in
ihrem Kurzfilm "Night Cries" (1989) von
einer Mutter-Tochter-Beziehung, und
zugleich geht es um Zeitgeschichte, um
die australische Politik, Kinder von
Aborigines weißen Pateneltern zu
übergeben, Die nonlineare Erzählstruktur
hebt die Artifizialität der stark
stilisierten Bilder noch stärker hervor,
die von australischer Landschaftsmalerei
ebenso beeinflusst sind wie vom Film und
der Fotografie des 20. Jahrhunderts.
Amerikanischen Mythen spürt Stefanie
Schneider (Jg. 1968) in stark vom Kino
geprägten Fototableaus nach. Nicht
zuletzt durch die Verwendung von
veralteten Polaroidmaterial muten die
inszenierten Geschehen wie
Traumsequenzen an, die sich nicht nur
wegen der Leerstellen jeder
Interpretation und Nacherzählung
entziehen. Gezeigt werden die Arbeiten
"Memorial Day" (2001), "Frozen" (2001)
und "Untitled" (2002).
Mathilde ter Heijne (Jg. 1969) schreibt
in "Mathilde, Mathilde" (2000) die
Kinogeschichte um, in welcher der Frau
nur zu gerne der Part des Opfers
zugewiesen wird. Auf drei französische
Filme mit einer an der Liebe leidenden
Protagonistin namens Mathilde
referierend, stößt sie am Ende ihres
Videos eine ihr nachgebildete Puppe über
ein Brückengeländer in den Fluss anstatt
Selbstmord zu begehen und fällt also aus
der Rolle. In "Ne me quitte pas" (2000)
sehen wir das Double, neben sich ein
Radio, aus dem ein Liebeslied erklingt. |
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